Das Tabu Menstruation

Das Tabu Menstruation

Das Tabu Menstruation

Es ist der dritte Tag meiner Menstruation. Die Gebärmutter mault nur noch leise vor sich hin, dafür lief ich nach der Arbeit auf dem Nachhauseweg aus, alles durch bis auf die Strumpfhose. Warum erzähle ich das? Weil es so normal wie essen und schlafen ist. Jeden Monat passiert das. Mal mit mehr Schmerzen, mal mit weniger Auslaufen. Nach 11 Jahren ist das für mich nichts besonderes mehr, ich habe mich daran gewöhnt.

Für die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung ist das Alltag. Ein Alltag, der so erstaunlich tabuisiert wie unsichtbar ist. Erst in den letzten Jahren haben sich einige Frauen getraut, Menstruation in der Öffentlichkeit zu thematisieren und haben einen Diskurs angestoßen. Inzwischen protestieren Frauen gegen unfaire Besteuerung auf Tampons und Binden und blaue Ersatzflüssigkeiten in der Werbung. Unter dem Hashtag #menstruationmatters feierten Frauen weltweit am 28. Mai den „Menstrual Hygiene Day“ und machen weiter darauf aufmerksam, welche Folgen Vorurteile, Mythen und unzureichende hygienische Versorgung haben können.

 

 Scham bestimmt den Umgang mit Menstruation

 

Die Problematik rund um das Thema Menstruation nur im Hinblick auf Entwicklungsländer zu sehen, ist allerdings falsch. Auch hier in Europa ist das Tabu groß. Selbst unter Frauen ist Menstruation nichts, das mal nebenbei besprochen wird.
Scham bestimmt den Umgang mit Menstruation und beeinflusst direkt die Beziehung von Frauen zu ihrem eigenen Körper. Es wird viel über falsche Schönheitsideale gesprochen, was es aber mit einer (jungen) Frau macht, etwas fundamental wichtiges für ihren Körper verstecken, ignorieren, verleugnen zu müssen, darüber wird kaum ein Wort verloren.

Ich möchte unter anderem darauf in den nächsten Monaten eingehen und mich selbst fragen, wie mein Umgang mit Menstruation war und ist.

Tolle Geschichten und Inspiration gibt es auch unter dem Instagram-Hashtag #periodblood.

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