Dem Menstruationsblut einen Sinn geben

Dem Menstruationsblut einen Sinn geben

Dem Menstruationsblut einen Sinn geben

Die monatliche Blutung fühlt sich manchmal einfach wie ein weiteres To Do auf der Liste an. Abwarten bis sie kommt, Vorkehrungen treffen (Menstruationstasse, Tampon, …), ein paar Tage verstreichen lassen, fertig. So gut ein routinierter Umgang auch sein kann, so stumpf ist er auch. Wo bleibt das Besondere am Menstruationsblut? Habe ich nicht erst davon geschrieben, meine Menstruation genießen zu wollen. Doch was kann ich daraus ziehen?

Um einen Anfang zum Genuss zu wagen und vielleicht etwas weiter zu unseren Wurzeln zurückzukehren, schlage ich eine Sinnsuche vor. Wofür ist die Menstruation gut? Was bewirkt sie in uns?

 

(Nicht nur) das Menstruationsblut verabschieden

 

Seit ich mich mit Frauen und den Umgang mit Menstruation beschäftige, komme ich immer wieder auf den Punkt des Loslassens zurück. Den Gebärmutterschleim und das Blut zu verlieren, durch wellenartige Kontraktionen der Gebärmutter, das wirkt fast wie ein Wegstoßen, ein Schubsen. Ein ganz aktives Loslassen sozusagen. Es ist, als wenn die Gebärmutter deutlich machen will, dass hier etwas zu Ende geht und dieses Etwas nicht mehr willkommen ist.

Die Menstruation wirkt damit auch als innere Reinigung von Dingen, die nicht mehr gut für den Körper sind. Diese Praxis lässt sich gut mit einer emotionalen Ebene verbinden. Sie kann so als Brücke dienen, um eine persönlichere Beziehung zum Menstruationsblut aufzubauen.

Was ich loslassen möchte, das kann sich monatlich ändern oder aber ich arbeite über mehrere Menstruationen hinweg an einem Abschied. Schon bevor meine Menstruation einsetzt, ziehe ich mich in Ruhe zurück und denke darüber nach, was ich loslassen möchte. Das können Kleinigkeiten sein, Ärgernisse aus dem Alltag zum Beispiel. Wenn ich Kraft habe, traue ich mich an Größeres heran und verabschiede mich von Erinnerungen und schlechten Einflüssen.

 

Der Prozess des Loslassens ist individuell

 

Das Loslassen selbst kann ganz individuell aussehen. Vielleicht machst Du einen Abschiedsspaziergang, verbrennst kleine Zettel oder schreist aus voller Kehle. Etwas loszulassen ist leise und laut, sanft und heftig. Denk an Deine Gebärmutter und wie sie sich dem Schleim und Blut entledigt. An den ersten Tagen mit heftiger Vehemenz, später ruhige Gesten und Geduld. Sie kann Dir ein Vorbild sein. Oder aber genau das Gegenteil von dem, wie Du Dich verabschieden willst.

Das Menstruationsblut loszulassen und mit ihm auch vieles andere, soll so aussehen wie Du Dich wohlfühlst. Schließlich ist dieser Prozess sehr intim und nicht immer einfach. Und vielleicht fällt Dir nach dem Abschied auf, dass Du das erste Mal einen Sinn im Menstruieren gesehen hast. Das kann ein Anfang für euch sein, die Menstruation und Dich, um euch näher kennenzulernen.

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