Innere Mitte in Balance mit Yoga und Ballett

Die innere Mitte in Balance mit Yoga und Ballett

Innere Mitte in Balance mit Yoga und Ballett

Vor sehr vielen Jahren sagte meine Ballettlehrerin einmal, dass es Kraft und Ausdauer braucht, um gut zu tanzen. Noch wichtiger aber sei das Gefühl, im Gleichgewicht zu sein. Ihre Worte habe ich nie vergessen, denn die innere Mitte zu finden, ist beim Yoga wie Ballett essentiell. Der Boden dient als fester Anker, den sich der Körper zu Nutze macht, um Balance zwischen Stand und Fall zu finden.

 

Physische und mentale Balance finden

 

Physische Balance ist, egal wie herausragend trainiert, ohne eine mentale Balance keine Balance, sondern nur ein unvollständiger Teil. Gibt es kein Gleichgewicht zwischen dem Einen und Anderen, passiert das, was wir alle kennen: wir stoßen schnell an unsere Grenzen. Wir verstehen nicht, warum uns etwas nicht gelingen will. Da ich aus dem Ballett komme, hatte ich kaum Probleme mich im Yoga zurechtzufinden. Die Übungen erschienen mir teilweise viel zu leicht. Einzig die Krähe wollte mir nicht gelingen, egal wie oft ich übte. Erst als ich verstand, dass meine physische Balance zwar sehr gut war, ich jedoch gedanklich viel zu krampfhaft und statisch an die Sache heran ging, entwickelte ich langsam ein Gefühl für die Mitte.

Um die Balance zu finden, gibt es nicht den einen Lösungsweg. So unterschiedlich wie wir sind, unsere Körper und unser Umgang mit uns, so unterschiedlich wird der Weg sein. Für die ersten Schritte können Dir allerdings diese beiden Übungen helfen, die jeweils im Yoga und Ballett zu finden sind.

 

Ballett: Relevé / Yoga: Berghaltung (Tadasana)

Das Relevé kann auf halber Spitze oder ganzer Spitze gemacht werden und in jeder Position (hier die Dritte). Den Körper anspannen – Bauchmuskeln, Beine, Po und Schultern – und den Oberkörper nur einen Hauch nach vorne lehnen. Ziel ist es, gerade und still zu stehen. Die Berghaltung ist gleichzeitig Balance und Streckung, da mit der halben Fußspitze und den ausgestreckten Armen gearbeitet wird. Hier ist es wichtig, ein Hohlkreuz zu vermeiden und stattdessen die Bauchmuskeln zu aktivieren. Ziel kann der stille Stand oder das Auf- und Abrollen der Füße zusammen mit der Atmung sein.

 

Ballett: Arabesque penchée / Yoga: Der Krieger 3 (Virabhadrasana 3)

Das Arabesque penchée trainiert nicht nur das Gleichgewicht, es ist auch als großzügige Dehnung und Vorbereitung auf den Spagat nützlich. Wichtig sind hier besonders die geraden Linien des Rückens zum Bein und die Anspannung der Bauchmuskeln. Der Krieger 3 ist nur unwesentlich anders, als dass er durch eine Variation der Arme entweder mehr Balance (ausgestreckte Arme nach vorne) oder Kraft (Hände an den Hüften) erfordert.

 

Diese zwei kurzen Übungen sind nur ein kleiner Anfang, um Deine innere Mitte zu finden. Ich empfehle Dir trotzdem, immer wieder zu ihnen zurückzukehren. In der Einfachheit ihrer Ausführung liegt nämlich die größte Schwierigkeit: Balance nicht als etwas Gegebenes, sondern etwas zu Erfahrenes zu verstehen.

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