Was erntest Du zur Schnitterin?

Was erntest Du zur Schnitterin?

Was erntest Du zur Schnitterin?

Die Schnitterin (auch: irisch Lughnasadh oder angloirisch Lammas) wird am 1. August gefeiert und ist das  Ernte- und ebenfalls erste Herbstfest des Jahreskreises. Was ist in den letzten Monaten gewachsen? Was hast Du seitdem ernten können? Das sind Fragen, die Du zur Schnitterin stellen und beantworten kannst.

 

Von der roten Mutter zur schwarzen Tödin

 

Die Göttin wandelt sich in dieser Zeit von der roten Mutter schließlich zur schwarzen Tödin. Alles, was in den letzten Monaten gewachsen ist, erntet die Tödin mit ihrer Sense – sie schneidet es dementsprechend wortwörtlich ab. Das kannst Du zum Beispiel auf vielen Feldern beobachten: Zu dieser Zeit wird das Korn gemäht. Zur Schnitterin kannst Du deshalb besonders gut Deine persönliche Ernte einfahren und darüber nachdenken, welche Aufgaben und Projekte bis hierher gewachsen sind und was Du daraus mitnimmst. Es ist demzufolge auch eine passende Gelegenheit, um Abschied zu nehmen und das abzuschneiden (bildlich mit der Sense), was Dir nicht mehr gut tut oder was Du loswerden willst.

 

So kannst Du die Schnitterin feiern

 

Das Schnitterin-Brot
Da das Korn nun gemäht wird und symbolisch für das Schneiden mit der Sense der Tödin steht, wird zur Schnitterin ein großes Stück Brot gebacken. Das Brot kannst Du zudem mit Symbolen oder Runen schmücken, wie Du es magst. Denke beim Verzehr daran, dass Mutter Erde Dich nährt – die kostbarste Gabe überhaupt. Rezepte zum Brot findest Du hier.

Den Kornkönig bauen und verbrennen
Wenn Du Deine Spiritualität nicht ausschließlich Frauen zentriert leben möchtest, kannst Du zu diesem Fest einen Kornkönig bauen. Denn dieser steht symbolisch für den Gott des Lichts (Lug, daher Lughnasadh) und wird von der Göttin abgeschnitten und getötet (als freiwilliges Opfer der Liebe), damit er zur Wintersonnenwende wiedergeboren werden kann. Eine Anleitung zum Bau findest Du hier. Du kannst den Kornkönig opfern indem Du ihn verbrennst oder vergräbst. Deshalb gebe ihm mit, was Du loslassen möchtest.

Vom Mühlen- zum Wagenlied
Ob beim rituellen Essen des Schnitterin-Brots oder innerhalb des Rituals, diese Lieder bringen auf den Punkt, worum es bei diesem Fest geht. Die Text sind gar nicht schwer und die Melodien bleiben überdies lange im Ohr.

 

Mahle Mühle mahle

Es steht ein goldenes Garbenfeld,
Das geht bis an den Rand der Welt.
Mahle Mühle mahle!

Es stockt der Wind in weitem Land,
Viel Mühlen stehen am Himmelsrand.
Mahle Mühle mahle!

Es kommt ein dunkles Abendrot,
Viel arme Leute schrein nach Brot.
Mahle Mühle mahle!

Es hält die Nacht den Sturm im Schoß,
Und morgen geht die Arbeit los.
Mahle Mühle mahle!

Es fegt der Sturm die Felder rein,
Es wird kein Mensch mehr Hunger schrein.
Mahle Mühle mahle!

 

Hejo, spann den Wagen an

Hejo, spann den Wagen an.
Denn der Wind treibt Regen übers Land.
Hol die gold’nen Garben, hol die gold’nen Garben!

 

Dies sind nur ein paar Ideen, wie Du die Schnitterin feiern kannst. Vielleicht feierst Du auch ganz anders, auch das ist vollkommen gut so. Teile doch gerne Deine Gedanken und Inspirationen zum Fest mit mir – hier in den Kommentaren oder auf Instagram.

 

Quellen:
Starhawk: Der Hexenkult. Goldmann, 1983, S. 265 ff.
Zsuzsanna E. Budapest: Herrin der Dunkelheit Königin des Lichts. Schirner Verlag, 2006, S. 288 ff.
https://dorastochter.ch

 

Bild: Noah Silliman Unsplash

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