Wie ich lernte, meine Menstruation zu genießen

Wie ich lernte, meine Menstruation zu genießen

Wie ich lernte, meine Menstruation zu genießen

Die ersten beiden Tage der Menstruation sind geschafft. Endlich lassen die Krämpfe nach, ich muss nicht mehr alle vier Stunden die Menstruationstasse leeren und überhaupt fühle ich mich wesentlich entspannter. Dies ist meine liebste Phase der Menstruation und genau der richtige Augenblick, um sie zu genießen.

Dass ich meine Menstruation überhaupt genießen möchte, habe ich mir vor über einem Jahr vorgenommen. Natürlich ist das nicht immer einfach, gerade dann nicht, wenn ich mich vor Schmerzen kaum bewegen kann und ich bei der Arbeit heimlich mit dem Bauch an der Heizung klebe. Jeden Monat das Gleiche, allein die Aussicht auf meine Menstruation macht mir manchmal schon schlechte Laune.

 

Die Menstruation ist etwas Tolles

 

Den „Entschluss zum Genuss“ fasste ich, als ich darüber nachdachte, dass es den meisten Frauen so gehen muss wie mir und das machte mich traurig. Denn eigentlich ist die Menstruation etwas Tolles: Was für eine krasse Leistung der weibliche Körper in einem Zyklus erbringt, wie intelligent die Fruchtbarkeitsphasen von der Natur erdacht sind, mit der monatlichen Möglichkeit ein neues Leben entstehen zu lassen.

Warum also war da so viel Unmut gegenüber einer eigentlich tollen Sache? Schmerzen, Schmerzen, SCHMERZEN. Übrigens, Schmerzen. So war es jedenfalls für mich, von der Menarche an. Außerdem die alltäglichen Kleinigkeiten: Habe ich für unterwegs was dabei, falls…? Gibt es hier eine Toilette? Oh nein, ich habe Ibuprofen vergessen. Es läuft – Beine zusammenkneifen! Die Zeit der Menstruation war purer Stress für mich, weit entfernt von jeglichem Genuss.

Den Entschluss zwar gefasst, war ich trotzdem erst mal etwas hilflos. Wie sollte ich aktiv anfangen, etwas zu genießen, das ich nahe an schrecklich fand? Eine genaue Antwort weiß ich bis heute nicht. Letztendlich ließ ich mir für den Prozess sehr viel Zeit und es ist nicht so, als wenn ich heute beim ersten rotbraunen Fleck vor Freude schreie. Jedoch weiß ich aus monatlicher Erfahrung, dass es mir gar nichts bringt, mich so sehr zu ärgern. Die Menstruation wird kommen, ob ich das will oder nicht.

 

Es geht darum, mir selbst etwas Gutes zu tun

 

Was ich beeinflussen kann, ist jedoch, wie ich meiner Menstruation begegne und wie ich die Zeit verbringe. Ich kann mir bei der Arbeit etwas mehr Zeit lassen, mir etwas schönes zu Essen gönnen, ich kann im Bett liegen und Kakao trinken, bis in die Nacht lesen, mich ganz ironisch vom Nagellack zur Strumpfhose in Rot kleiden und den Haushalt Haushalt sein lassen.

Im Grunde sind das keine wahnsinnig kreativen Ideen. Es geht viel mehr darum, mir selbst etwas Gutes zu tun. Das entspannt ein wenig, lindert den Stress. Inzwischen erwische ich mich sogar mit ein bisschen Vorfreude, wenn es bald losgeht. Denn ich weiß ganz genau, dass ich bald all das „darf“, was ich mir sonst aus diversen Gründen nicht gönne. So entsteht für mich der Genuss.

Den Schmerzen begegne ich weiterhin feindselig, aber Genuss funktioniert eben nur, wenn man auch die bittere Seite kennt.

Geht es Dir während Deiner Menstruation auch so schlecht? Und was machst Du, um Dir die Zeit trotzdem etwas zu verschönern?

No Comments

Kommentar verfassen